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Zecken - Risiken und Schutz

Wie lebt und verhält sich die Zecke eigentlich?  

Es gibt verschiedene Zeckenarten. Teilweise sind sie auf Wirtstiere spezialisiert. Andere, wie der Holzbock, die häufigste Zeckenart in Deutschland, gehen auf unterschiedliche Wirte.  

Die Zecke durchläuft verschiedene Entwicklungsstufen: Aus dem Ei entwickelt sich die 1,5 mm große Larve, die meist Mäuse befällt und sich dort unter Umständen mit Erregern, z.B. Borrelien infiziert. Die Larve wird zur Nymphe, die ca. 3 mm groß ist und sich ebenfalls einen Wirt sucht, dies können dann auch Pferde, Hunde, Katzen oder auch Menschen sein. Ist die Zecke ausgewachsen, sind die Weibchen größer als die Männchen und legen Tausende von Eiern ab. Es sind auch nur die erwachsenen Weibchen, deren Körper beim Blutsaugen so enorm an Größe zunimmt.  

Zecken gehen in feucht-warmen Klima auf Wirtssuche. Sie sitzen auf Gräsern, in Büschen, vor allem in Waldgegenden. Dabei suchen sie sich Plätze, die bis zu 1,5 m hoch gelegen sein können. Sie klettern jedoch nicht auf Bäume und lassen sich fallen, wie dies oft fälschlicherweise behauptet wird. Meist sind sie in Kniehöhe zu finden. Durch Mäuse, Igel, aber auch Vögel gelangen Zecken auch in Gärten. Man kann überprüfen, ob sich Zecken im eigenen Garten befinden, indem man ein weißes Handtuch über Gräser oder Büsche streift. Die Zecken bleiben in der Regel daran hängen.  

Zecken nehmen ihre Wirte über Duftstoffe, die Temperatur oder das Kohlendioxid, das bei der Ausatmung ensteht, wahr. Innerhalb von Sekundenbruchteilen krallt sie sich mit den Vorderbeinen an der Haut, dem Fell oder der Kleidung fest.  Auf dem Wirt selbst dauert es jedoch oft Stunden, bis die Zecke einen geeigneten Platz zum Saugen gefunden hat. Der eigentliche Saugakt findet über mehrere Tage in kleinen Schlucken statt. Eine prall gefüllte Zecke sitzt also schon einige Tage auf ihrem Wirt.  

Die Zecke besitzt scherenartige Mundwerkzeuge, mit denen sie die Haut ihres Wirtes gewissermaßen aufreißt und dann mit ihrem Stachel eine Grube ins Gewebe gräbt. Diese Grube füllt sich mit dem Blut, das die Zecke dann immer wieder absaugt.  

Aus dem Blut filtert die Zecke die für sie nahrhaften Bestandteile. Überschüssige Flüssigkeit sondert sie über den Stechapparat wieder in den Wirt ab. Dies geschieht während der ganzen Zeit, in der die Zecke saugt und hierbei werden dann auch mögliche Erreger, die sich im Darm der Zecke befinden, auf den Wirt übertragen.    

 

Welche Infektionsrisiken bestehen für unsere Tiere?  

Zunächst einmal sollte man sich folgendes bewusst machen: nicht jede Zecke trägt überhaupt Erreger in sich. Und nicht jede Zeckenart überträgt jede Krankheit. Dennoch bestehen Risiken, die man jedoch differenziert betrachten sollte.  

Die bekanntesten Infektionskrankheiten, die durch Zecken übertragen werden, sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie die Lyme-Borreliose. Bei FSME handelt es sich um eine Virusinfektion, die vor allem im süddeutschen Raum verbreitet ist und in erster Linie Menschen betrifft. Erkrankungen von Hunden, Katzen oder Pferden sind kaum bekannt.

Borreliose wird durch ein Bakterium ausgelöst. Etwa 25% der Zecken in Deutschland tragen Borrelien in sich, aber etliche der Erreger sind ungefährlich und lösen keine Erkrankung aus. Eine amerikanische Forschergruppe hat eine Langzeitstudie von 10 Jahren durchgeführt und dabei festgestellt, dass das Immunsystem der Haut Abwehrkräfte gegen Zecken bildet. Und je häufiger ein Kontakt mit Zecken bestand, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, an Borreliose zu erkranken (Quelle: www.zecke.de). Nach heutigen Erkenntnissen sind auch nur wenige Hunde für Borreliose empfänglich.  

Neben diesen beiden Krankheiten werden die Anaplasmose (eine Form der Ehrlichiose) sowie die Babesiose durch Zeckenstiche übertragen. Erreger der Anaplasmose sind wiederum Bakterien. Etwa zwei bis fünf Prozent der heimischen Zecken sind in Deutschland mit diesem Bakterium infiziert. Regional kann die Durchseuchung noch höher sein und sogar bis zu neun Prozent betragen. Babesiose wird vor allem von der Dermacentor-Zecke, auch Auwaldzecke oder Buntzecke genannt, übertragen. Nach bisherigen Untersuchungen kommt diese Zeckenart vermehrt in Regionen um Berlin, Leipzig, Frankfurt am Main und Tübingen vor.

     

Wie kann ich mein Tier schützen?  

Es werden verschiedene Präparate angeboten, die Schutz vor Zecken bieten sollen.  

Spot-On-Präparate wie Exspot, Frontline, Advantix oder Stronghold enthalten Nervengifte, die über die Haut in den Blutkreislauf des Tieres gelangen. Wenn die Zecke das Blut ihres Wirtes saugt, nimmt sie dabei auch das Gift auf und wird dadurch abgetötet. Doch bleiben Nervengifte ohne Auswirkung auf das Tier? Wohl kaum. Immer häufiger wird von Nebenwirkungen und starken Reaktionen der behandelten Tiere berichtet. Erbrechen, Kreislaufstörungen, Krämpfe oder Erschöpfung und depressive Verstimmungen können Symptome sein, die in der Folge auftreten. Auch das Scalibor-Halsband beinhaltet ein Nervengift und Halter beobachten oft Hautreaktionen, die nach dem Anlegen des Halsbandes aufgetreten sind. Manche Wirkstoffe stehen auch im Verdacht, Krebs zu erregen. Nervengifte schädigen teilweise auch das Immunsystem. Kommt es tatsächlich zu einer Übertragung von Erregern, ist die Gefahr einer Erkrankung somit sogar höher.  

Auf der Suche nach gesunden Schutzmöglichkeiten greifen viele Tierhalter zu Nahrungszusätzen wie Bierhefe, Kokos oder Knoblauch. Einen wirklich durchschlagenden Effekt hinsichtlich der Reduzierung des Zeckenbefalls kann ich persönlich nicht bestätigen, aber es gibt Halter, die darauf schwören und gute Erfahrungen damit gemacht haben.

Die diversen Anhänger gegen Zecken, die bioenergetisch geladen sind oder Ultraschalltöne abgeben, sind in ihrer Wirkung sehr umstritten. Es gibt Tierhalter, die von positiven Effekten berichten. Die meisten konnten jedoch keinerlei Erfolge feststellen. Zudem bleibt noch die Frage, welche Auswirkungen dauernde Ultraschalltöne auf das Tier selbst und/oder eine homöopathische Behandlung haben...    

Borreliose-Impfungen werden für Hunde immer wieder angeboten, sind aber eher zwecklos, da die Impfung nur gegen einen kleinen Teil der vorkommenden Borrelien schützt, das Immunsystem belastet und zudem sehr nebenwirkungsreich ist.  

Pflanzliche Produkte wie Zedan oder Canina Petvital Verminex scheinen über ihren starken Duft teilweise Zecken abzuhalten. Produkte, die starke ätherische Öle enthalten, sollten während einer homöopathischen Behandlung allerdings nicht angewendet werden. Darüber hinaus können auch sie allergische Reaktionen hervorrufen. Meist empfinden Tiere den Geruch als sehr unangenehm. Wir müssen ja bedenken, dass Hunde, Katzen und Pferde einen wesentlich ausgeprägteren Geruchssinn haben als wir Menschen.

Labortests der FU Berlin haben gezeigt, dass Laurinsäure eine abschreckende Wirkung auf Zecken hat. Sogar über mehrere Stunden hinweg. Laurinsäure kommt insbesondere in Kokosöl vor. Das Fell des Tieres muss damit eingerieben werden, was bei langhaarigen Rassen allerdings den Nachteil hat, dass es verkleben kann und auch Schmutz besser anhaftet. Aber bislang ist diese Variante die wohl wirksamste und gesundheitsverträglichste. 

Ein weiterer wirksamer Schutz gegen Zecken ist ein Wirkstoff namens IR 3535. Er ist in verschiedenen Sprays enthalten, z.B. dem Anti-Mücken-Spray von Aldi sowie dem Hautpflegespray von Schlecker. Letzteres enthält eine geringere Konzentration des Stoffes und ist stärker parfümiert und daher für Tiere nicht so gut geeignet. Dafür ist es im Gegensatz zu dem Spray von Aldi dauerhaft erhältlich. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein sogenanntes Repellent. Repellentien sind Mittel, die auf der Körperoberfläche angewendet werden und dort bei den Parasiten unangenehme Reize auslösen beziehungsweise verhindern, dass die Zecke den Wirt orten kann. Das Spray muss in das Fell des Tieres gerieben werden, wo es dann einige Stunden wirksam ist, abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit der Hautoberfläche.  

Hinweise, dass Produkte mit diesem Wirkstoff nicht bei Kindern unter 2 Jahren angewendet werden sollen, lassen darauf schließen, dass auch diese Sprays mit Bedacht eingesetzt werden sollten. Doch die Wirkstoffe gehen nicht wie bei den Spot-Ons in den Blutkreislauf über, sondern verdampfen langsam an der Hautoberfläche.  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keinen 100%igen Zeckenschutz gibt. Tierhalter von roh beziehungsweise mit frischem Fleisch gefütterten Hunden und Katzen berichten immer wieder, dass ihre Tiere weniger von Zecken heimgesucht werden als ihre Artgenossen, die mit Fertigfutter ernährt werden. Folgt man den Erkenntnissen der amerikanischen Studie bezüglich der Wirkung des Abwehrsystems der Haut auf Zecken, ist dies nur logisch. Frischfütterung führt zur Stärkung der Gesundheit, also auch des Immunsystems der Hunde und Katzen. Eine andere Form der Erklärung liegt in den zahlreichen Aromastoffen, die dem Fertigfutter beigemischt sind, den Eigengeruch von Tieren beeinflussen und scheinbar vermehrt Parasiten anlocken.  

Suchen Sie ihr Tier immer regelmäßig nach dem Spaziergang, Freigang, Ausritt etc. nach Zecken ab beziehungsweise bürsten Sie langhaarige Tiere durch. In Zeiten oder Gebieten (z.B. feuchten Niederungen), in denen es wirklich starken Zeckenbefall gibt und die Tiere nach einem Aufenthalt im Freien mehrere Zecken auf sich herumtragen, können Sie Ihr Tier am besten mit Kokosöl oder einem Spray schützen, das IR 3535 enthält.

 

Indem Sie das Immunsystem Ihres Tieres stärken, schützen Sie es am besten vor möglichen Infektionen.      

 

Wie entferne ich eine Zecke richtig?  

Am besten setzen Sie mit einer Pinzette oder guten Zeckenzange ganz dicht über der Haut an und hebeln die Zecke vorsichtig und gleichmäßig heraus. Achten Sie darauf, den Körper der Zecke nicht zu quetschen. Links- oder Rechtsdrehungen sind unsinnig, da der Stechapparat zwar viele Widerhaken, aber kein Gewinde besitzt.  

Tipps wie das Benetzen mit Öl, Aceton o.ä. sind eher schädlich als nützlich. Sie führen dazu, dass die Zecke in ihrem Überlebenskampf unter Umständen vermehrt Erreger ausscheidet und auf den Wirt überträgt.  

Anstelle einer Pinzette sind auch Zeckenhaken in verschiedenen Größen erhältlich, die sich als praktisch erwiesen haben, da hier die Gefahr des Quetschens nicht gegeben ist und sie eine bessere  Hebelwirkung haben.   

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